Verfahrensbeistände vertreten den Willen und die Interessen des Kindes in strittigen Familiengerichtsverfahren. Sie werden von den Richter*innen eingesetzt.

In der Praxis zählt dazu:

  • Kontaktaufnahme zum Kind

  • Entwicklung des Kindeswillen und Feststellung der Kindesinteressen

  • Vertretung und Begleitung des Kindes im Gerichtsverfahren

  • Gespräch mit Eltern und Mitwirkung an einer einvernehmlichen Regelung

  • Erstellung einer Stellungnahme

  • Begleitung des Kindes bei richterlicher Anhörung

 

Die Stellungnahme des Verfahrensbeistandes ist eine wichtige Grundlage für die Entscheidung der Richter*innen. Die Tätigkeit wird honoriert mit einer Fallpauschale von 350 € bzw. 550 € pro Kind und Rechtszug. Die Fortbildung qualifiziert zur Übernahme dieser Aufgabe.

 

Der Verfahrensbeistand wird  in folgenden Gerichtsverfahren eingesetzt:

  • Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung, § 1666 BGB

  • Verfahren wegen Änderung oder Begründung des Sorgerechts,  §§ 1671, 1684 BGB

  • Verfahren zur Regelung des Umgangsrechts, § 1684 BGB

  • Verfahren auf Herausgabe des Kindes (Lebenskontext Pflegefamilie), §§ 1632, 1682 BGB

  • Verfahren wegen geschlossener Unterbringung, § 1631b BGB

 

Ziele und Inhalte der Weiterbildung

Im Zentrum der Aufgaben des Verfahrensbeistandes stehen die fachliche Erarbeitung der Interessen und Wünsche des Kindes sowie seine Begleitung im Familiengerichtsverfahren. Grundlage für die vom Gesetzgeber gewünschte Stärkung der Subjektstellung des Kindes ist der aus der Erlebniswelt des Kindes heraus entwickelte Kindeswille unter Berücksichtigung des Kindeswohles.
Die Aufgaben des Verfahrensbeistandes verlangen primär eine sozialpädagogische und kommunikative Kompetenz.

 

Die Ausbildung umfasst im Einzelnen:

  1. Gesetzliche Grundlagen

1.1 Die Verfahrensbeistandschaft gemäß § 158 FamFG

1.2 Die Verfahrensbeistandschaft gem. §§ 167 Abs. 1 Satz 2, 317 FamFG 

1.3 Materielles Kindschaftsrecht

 

  1. Inhalte aus Pädagogik, Psychologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

2.1 Kindeswille und Kindeswohl

2.2 Der „Wille des Kindes“

2.3 Das Wohl der Kinder und Jugendlichen

2.4 Spezifische Bedürfnisse, Belastungs- und Risikofaktoren

 

  1. Die Rechtsstellung des Kindes im gerichtlichen Verfahren

3.1 Das Verfahren der Familiengerichte in Kindschaftssachen

3.2 Gerichtliche Verfahren mit Auslandsbezug

3.3 Interessenvertretung im Jugendhilfeverfahren

  1. Systemische Methoden zur Ermittlung des Willen des Kindes

4.1 Methoden und systemische Grundlagen

4.2 Hypothesen und Konstruktionen

4.3 Risikofaktoren

 

  1. Aufgaben, Rechte und Pflichten des Verfahrensbeistands

5.1 Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche vor dem Familiengericht

5.2 Rechte und Pflichten

5.3 Fallkonstellationen und Vorgehensweisen

 

  1. Ablauf einer Verfahrensbeistandschaft

6.1 Bestellung

6.2 Vorarbeiten

6.3 Gespräche

6.4 Berichterstattung

6.5 Anhörung

 

  1. Abgrenzung, Organisation und Selbstschutz

7.1 Organisation

7.2 Vergütung

7.3 Abrgenzung

 

  1. Bewerbung und Marketing

8.1 Bewerbung

8.2 Marketing

  1. Abschlussprüfung

9.1 Prüfungsordnung

9.2 Prüfungsunterlagen

 

PRÄSENZAUSBILDUNG

 

Dauer: 9 x 12 UE = 108 UE

Termine 2021:    do 16.00 - 20.00
                             fr 10.00 - 16.00

25.02. und 26.02.

18.03. und 19.03.

22.04. und 23.04.

27.05. und 28.05,

24.06. und 25.06.

26.08. und 27.08.

23.09. und 24.09.

28.10. und 29.10.

25.11. und 26.11.

Kosten: € 1000,-

Ratenzahlung möglich.

Anmeldeformular

ONLINE AUSBILDUNG

100% E-Learning von da, wo Sie wollen

100% unabhängig, keine Fristen

keine Extrakosten

Anmeldung hier!

HINWEISE:

Sollte der Präsenzausbildung eine 

COVID 19 Beschränkung in den Weg kommen, so wird diese ONLINE weitergeführt.

Das Zertifikat wird dann nicht durch

eine Klausur, sondern durch die Anfertigung einer Fallarbeit erlangt.

Impressum